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„Mein Baby schläft schon durch!“ – Zwischen Mythos und Realität

Persönlich, Tipps 6. April 2017

Endlich! Das gleichmässige und ruhige Atmen setzt ein und nun heisst es möglichst vollkommen geräuschlos aus dem Zimmer schleichen. Auf Zehenspitzen und mit angehaltenem Atem schweben wir nahezu elegant wie Elfen aus dem Kinderzimmer. Jetzt bloss kein Geräusch verursachen!

 

Knarz! Die letzte Diele vor der Tür macht sich bemerkbar, die kleinen Kulleraugen vom Windelträger weiten sich erneut und dann ertönt das Geschrei.

Viele Eltern werden sich in dieser oder einer ähnlichen Situation wiederfinden. Was tun wir nicht alles, sobald unser Baby eingeschlafen ist, um uns lautlos davonzuschleichen. Allen Eltern sei hier einmal gesagt: Es geht vielen, wirklich sehr vielen Mamas und Papas so.

„Mein Kind schläft schon durch!“

Mit diesem Satz sehen sich frisch gebackene Eltern oft konfrontiert, wenn sie Gleichgesinnte treffen, deren Nachwuchs meist sogar noch etwas jünger ist. Während ich selber mit dunklen Schatten unter den Augen durch den Tag gehe und mir eine halbwegs durchgehend ruhige Nacht herbeisehne, scheinen diese super Eltern einen Trick zu kennen, der mir vollkommen fremd ist. Fakt ist jedoch, es ist ein Mythos, dass ein Baby in den ersten Monaten wirklich durchschläft. Erst nach dem vierten Monat in etwa (wenn es schon Beikost gibt und nicht mehr nur Milch) sind die Kleinen soweit, dass sie in der Nacht keinen Hunger mehr bekommen und sich daher nicht zwingend bemerkbar machen müssen.

Einige Babys wachen dennoch auf, schlafen allerdings von allein wieder ein. Was für Mamas und Papas ein Segen ist. Dabei geht es in erster Linie doch darum, wie man sein Kind möglichst ohne viel Geschrei und Theater überhaupt erst zum Einschlafen bringt.

Es existieren durchaus kleine Tricks und Tipps, welche zumindest das Einschlafen fördern und Euch ein paar ruhige Stunden bescheren. Egal wie verzweifelt man hin und wieder ist. Eines darf man nie vergessen. Es sind die Babys, welche sich in ein Abenteuer namens Lebens stürzen. Es sind die kleinen Windelträger, die erst einmal lernen müssen, was ein Schlafrhythmus überhaupt ist. Wir sollten ihnen dafür wirklich etwas Zeit geben, um all diese Dinge zu lernen. Einige Babys verstehen es schnell, andere brauchen halt etwas länger.

Elternbett – Ja oder Nein!

Jein.

Bei dieser Frage gehen die Meinungen sehr weit auseinander. Oftmals ist es die ältere Generation die davon überzeugt ist, dass der Nachwuchs unmittelbar nach der Ankunft in seinem eigenen Zimmer zu schlafen hat. Jedoch lässt sich das im Alltag nicht immer so einfach umsetzen.

Für die ersten Wochen, wenn das Baby noch gestillt wird oder Nachts sein Fläschchen bekommt, ist es vorteilhaft, ein Bettchen im Schlafzimmer zu haben. Wenn der kleine Hunger kommt, dann muss niemand durch die halbe Wohnung schlafwandeln. Zudem spürt das Kind die Nähe der Eltern und diese ist in den ersten Wochen und Monaten essenziell wichtig.

Für mich jedenfalls war es unglaublich praktisch. Sobald ich das leise Geräusch vernommen hatte, drehte ich mich nur zu meinem Baby um, zog es sanft zu mir herüber und das nächtliche Stillen lief fast wie von selbst.

Letztendlich ist es natürlich eine Entscheidung, die von jedem persönlich getroffen wird. Viele fürchten sich davor, dass das Kind womöglich bis kurz vor dem Schulabschluss das Schlafzimmer nicht mehr verlässt. All jenen sei schon jetzt gesagt: Nein, das wird definitiv nicht geschehen.

Rituale und Routine schaffen

Der kleine Sonnenschein muss nun also erst einmal lernen, was ein Tag- und Nachtrhythmus überhaupt ist. Dabei steht der eigene Tagesablauf im Mittelpunkt, denn hier gilt es nun den neuen Erdenbürger einzubinden. Daher ist es eine recht individuelle Sache. Im Laufe der Zeit lernte ich die Schlaffenster (tolle Umschreibung für den Zustand, wenn das Kind kurz vor dem Einschlafen ist) kennen und richtete die letzten Stunden darauf in etwa aus.

Klar schläft der Fratz am Vormittag, über den Mittag und auch am Nachmittag wird ein Nickerchen eingelegt. Doch wenn es auf den Abend zugeht, heisst es wachsam sein. Vermeide in den späteren Stunden jegliche Art von Aufregung. Eine Reizüberflutung macht das Kind quengelig und es kommt nur schwer zur Ruhe.

Die letzte Mahlzeit und die tägliche Hygiene sollten möglichst vor dem nächsten Schlaffenster schon erledigt sein. So kannst Du diese Chance nutzen und Dein Kind ins Bett bringen.

Dort liegt es dann mit hellwachen Äuglein da, blickt Dich fragend an und lernt, wenn das Licht erlischt und eine leise Melodie erklingt, dass es Zeit zum Schlafen ist.

Babys schätzen übrigens die Geräusche von rauschendem Wasser sehr. Erinnert es sie doch an die Zeit im Mutterleib. Als kleiner Tipp, wenn nicht unbedingt die Kleine Nachtmusik erklingen soll.

Der Nuggi beruhigt selbstverständlich sehr gut und gehört neben einem kleinen Kuscheltuch natürlich dazu.

Was tun in einem Notfall?

Jedes Elternteil kennt es: Das Baby will und will einfach nicht zur Ruhe kommen. Es ist satt, es ist frisch gewickelt und krank ist es auch nicht. Dennoch brüllt es seit einer gefühlten Ewigkeit die gesamte Wohnsiedlung zusammen. Eltern kommen in solchen Momenten schon mal auf verrückte Ideen. Ich natürlich auch.

Meine persönliche Top 3 Liste der kuriosen Einschlafplätze für schreiende Babys:

  1. Eine runde mit dem Auto fahren. (Auf dem Weg in das Haus zurück erwacht das Baby natürlich und es geht in die zweite Runde, daher nur Platz 3)
  2. Staubsaugen! Erstaunlicher Weise reagieren einige Windelträger darauf mit urplötzlicher Müdigkeit. Nachteil: Es ist schlicht weg nervig und laut für einen selbst.
  3. Platz: Die Waschmaschine! Es gibt tatsächlich Eltern (ich diesmal nicht), die setzen das Baby mit der Babyschale einfach auf die Waschmaschine. Durch das gleichmässige Brummen und Rütteln schläft es ein.

Aber Vorsicht: Die Babyschale dort oben bitte nicht vergessen, bevor man selber zu Bett geht! Natürlich sollten solche Dinge die absolute Ausnahme bleiben. Es hätte fatale Folgen, wenn ein Kind lernt, dass es nur auf der Waschmaschine einschlafen kann.

Ein Krimi zum Einschlafen? Gute Idee!

Ich lese im Augenblick einen Thriller von Dan Brown. Packend und unglaublich spannend. Oftmals höre ich von Eltern, wie sie ihren Babys Kinderbücher vorlesen und in einer Babysprache mit ihnen kommunizieren. Das ist so furchtbar! Ein Baby ist in den ersten Monaten zwar noch nicht in der Lage, den Sinn von Geschichten zu erfassen. Aber die eigene Muttersprache erlernt es dennoch schon. Aus diesem Grund bitte niemals in einer eigens erdachten Babysprache sprechen.

Ich nutze jetzt noch die Einschlafzeit zum Lesen meiner eigenen Bücher. Ist doch genial, oder? Ich lese laut aus dem Buch vor, muss jedoch darauf achten, dass der Klang der Stimme stets sehr freundlich und liebevoll bleibt. Du kannst genauso gut die Tageszeitung zur Hand nehmen oder einen Bericht über aktuelle News lesen. Egal, Hauptsache Du bist in der Nähe und Deine Stimme klingt liebevoll und leise.

Und dann, dann sind wir wieder an dem Punkt, an dem wir uns auf Zehenspitzen aus dem Zimmer schleichen…Pst, und gute Nacht! 🙂

  

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